Deutscher Gewerkschaftsbund

06.04.2021
Eine Dokumentation in Form einer Reise

Wasserwege des Widerstands

1933 - Gefahrgut-Transporte auf dem Rhein

Die Dokumentation in der Form einer Reise auf dem Rhein ist der Versuch, eine Lücke in der Erforschung des Widerstands zu schließen. Der Rhein ist von Basel bis fast Karlsruhe die Grenze zwischen Baden und dem Elsass, zwischen Deutschland und Frankreich. Über den Rhein führen Brücken, die aber ab 1933 von Nazi-GegnerInnen und auch vom Antisemitismus Bedrohte nicht mehr genutzt werden können:

Menschen, die vor Verfolgung fliehen müssen, brauchen einen Fischer, der sie außer Landes bringt, ein Paddelboot, um ans rettende Ufer zu gelangen, oder einen Lastkahn, der in die Niederlande oder nach Basel fährt - einige Waghalsige schwimmen gar in die Freiheit. Manche sind 1936 auf dem Weg nach Spanien, um dort für die durch den Militärputschisten Franco bedrohte Republik zu kämpfen.   

Der Rhein als Wasserweg des Widerstands ist v.a. auch ein Transportweg für Anti-Nazi-Schriften, die von Rheinschiffern auf Lastkähnen aus Holland, Frankreich oder der Schweiz in verschiedene Häfen entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse geschmuggelt werden. WassersportlerInnen, Hafenarbeiter oder Fischer übernehmen die brisante Fracht und sorgen für die Verteilung an Widerstandsgruppen, in der Mehrzahl klandestine Zirkel von GewerkschafterInnen und/oder KommunistInnenen sowie auch AnarchistInnen, SozialdemokratInnen oder SozialistInnen. Bisher sind 103 widerständige Menschen gefunden, darunter über 20 % Frauen, sie erhalten nicht nur ihren Namen, verbunden mit kurzen Angaben zur Person, sondern oft auch ein Gesicht.  

Karten der „Reise“-Route von der niederländischen Grenze bis Basel, zahlreiche Abbildungen, Worterklärungen sowie ein ausführliches Literaturverzeichnis laden zum Weiterlesen und vielleicht Weiterforschen ein.   


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