Deutscher Gewerkschaftsbund

15.02.2016

Woche für Demokratie und Toleranz in Sinsheim

Mit mehr als 350 Teilnhemerinnen und Teilnehmer ein voller Erfolg

Filmvorführung

Wolfgang Leucht (DGB Ortsvorsitzender), Maren Diebel-Ebers (DGB Gewerkschaftssekretärin), Peter Ohlendorf (Regisseur), Andreas Vogel (Cinema Paradiso) DGB

»Wetzt die langen Messer auf dem Bürgersteig, lasst die Messer flutschen in den Judenleib – Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…«; »Wir wollen euren Jesus nicht, das alte Judenschwein…« und »Adolf steig hernieder und regiere Deutschland wieder.« Solche und andere blutrünstigen, menschenverachtenden und rassistischen Hassparolen werden von martialisch und angsteinflößend aussehenden Nazis lauthals zu rabiater, schneller und lauter Musik freudestrahlend mitgegröhlt. Die rechte Hand erhoben zum Hitlergruß und in der anderen Hand ein kühles Bier.

Dies sind die ersten erdrückenden und niederschmetternden Bilder mit denen man in dem Film »Blut muss fließen – Undercover unter Nazis« konfrontiert wird. Für jeden demokratisch denkenden Menschen ein absoluter Schock. In so manchen Gesichtern kann man die Frage lesen, »Gibt es sowas wirklich noch in Deutschland?« Die Antwort darauf ist ernüchternd und einfach. Ja, sowas gibt es noch.

Am 3.2.2016, wurde dieser Film im Citydome Sinsheim um 15 Uhr einem Moderatoren-Kreis um 18 Uhr und 20.30 Uhr einem großen und breit gefächerten Publikum von Regisseur Peter Ohlendorf vorgeführt. Etwa 200 Besucher, sahen sich den Film an. Im Anschluss an den Film gab es noch rege geführte Diskussionen mit dem Regisseur Peter Ohlendorf. Bei dieser Diskussion wurden vor Allem die entstandenen Fragen des Publikums beantwortet und diskutiert.

 

Fimvorführung

Filmvorführung "Blut muss fließen - undercover unter Nazis" mit Peter Ohlendorf DGB

Wie ungehemmt und ungebremst die rechte Szene ihre Konzerte überall in Deutschland, und auch in anderen Teilen Europas, feiern kann wird in diesem Film sehr gut dokumentiert und vor Augen geführt. Die braune Partymeile ist eine der wichtigsten Instrumente der Naziszene um neue Anhänger zu werben und um für Zusammenhalt innerhalb der Szene zu sorgen. Es macht den Eindruck frei nach dem Motto: »Wir feiern zusammen und kämpfen zusammen.« Nicht umsonst wird die rechte Musik als eine Art »Einstiegsdroge« in die Naziszene bezeichnet. Diese Behauptung erhärtet sich, wenn man die im Film gezeigten Bilder sieht.

Die Masche junge Menschen mit dieser Musik zu radikalisieren und zu ködern scheint nach wie vor sehr gut zu funktionieren. Auch wird ein Großteil der Szene durch solche Veranstaltungen finanziert. Der Journalist Thomas Kuban hat dieses braune Treiben jahrelang mit versteckter Kamera gefilmt und verfolgt. Dafür ist er ein sehr hohes Risiko eingegangen und muss seine wahre Identität geheim halten: Weil er den Nazis mit seinen Undercover-Drehs die Maske vom Gesicht reißt, gibt es schon seit langem Morddrohungen aus der rechtsradikalen Szene gegen ihn.

Im Fokus des Films stehen aber auch politische Entscheidungsträger und Behörden. Es wird versucht Antworten zu finden auf die Frage: »Warum kann auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden und wie lässt es sich verhindern?« Der Film soll ein Bewusstsein schaffen und dazu auffordern nicht wegzusehen und Initiative zu zeigen. Dinge die gerade in einer Demokratie einen sehr hohen Stellenwert haben sollten. Nicht umsonst gibt es den Begriff der »wehrhaften Demokratie«. Der Film ist sehr empfehlenswert und sehenswert, für Jede/-n.

Am 4.2.2016 wurde der Film in der Kraichgau Realschule 167 Schülerinnen und Schüler gezeigt. (http://www.sinsheim-lokal.de/?p=86313)

 Gerne zitieren wir Peter Ohlendorf, der über so eine breite Teilnahme und Unterstützung sehr überrascht war und die Filmvorführungen in Sinsheim zu seinen erfolgreichsten Veranstaltungen bei seiner Tour gehören.

 

Am 4.2.2016 fand ein Informationsabend mit dem Thema „Näher als wird denken“ im evangelischen Gemeindehaus in Sinsheim mit der bekannten Rechtsextremismus/radikalismus Expertin Ellen Esens statt. Ca.30 Teilnehmer/Innen erfuhren, wie nah sich die rechtsradikalistische Szene hier im Kraichgau und Umgebung breitgemacht hat.


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