Deutscher Gewerkschaftsbund

24.10.2016

Tag der Gewerkschaften in Heidelberg

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Der Gründungstag des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) war Anlass für einen feierlichen Empfang im Friedrich-Ebert-Haus in Heidelberg. Rund 70 Personen aus Heidelberg und Umgebung fanden am 13. Oktober deshalb den Weg in die Pfaffengasse.

Thomas Wenzel, DGB-Kreisvorsitzender, begrüßte die Anwesenden und gedachte gemeinsam mit allen Gästen an den kürzlich verstorbenen Jürgen Lenz, stellvertretender DGB-Kreisvorsitzender. Im Anschluss sprach Dr. Michael Braun als Hausherr für die Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert Gedenkstätte ein Grußwort, das den Bogen von aktuellen politischen Herausforderungen zu denen des DGB-Gründungsjahres 1949 spannte. Zur Veranschaulichung brachte Braun ein Foto der historischen Sitzung mit.

Der in diesem Jahr zum 2. Bevollmächtigten der IG Metall Heidelberg neugewählte Michael Seis hielt im Anschluss die Hauptrede des Abends. Darin ging er unter anderem auf die ungerechte Verteilung des Wohlstandes und das Versagen der sozialen Marktwirtschaft, die damit zusammenhängenden Probleme zu lösen, ein. Zu diesen zählen beispielsweise Lohndumping, die Zunahme unsicherer Beschäftigungsverhältnisse oder die Aufkündigung der solidarischen Finanzierung des Gesundheitssystems. All dies hat zur Folge, dass Menschen mit geringerem Einkommen solchen mit höheren Gehältern gegenüber schlechter gestellt sind. Seis forderte deshalb ein Umdenken der Politik, insbesondere was die Finanzierung der Gesundheits- oder der Rentenversicherung angeht, die wieder solidarisch sein und zuverlässig vor Armut oder Krankheit schützen muss.

Die Veranstaltung wurde vom Chor GEgenwehr aus Mannheim musikalisch gestaltet. Die Lieder der Kolleginnen und Kollegen, die, außer dem Chorleiter Bernd Köhler und einem weiteren Musiker, alle bei General Electrics (GE) in Mannheim beschäftigt sind, hatten eine besondere Aktualität: Kurz zuvor wurde bekannt, dass die Gespräche bei GE um die Zukunft des Standorts von Seiten der Geschäftsleitung abgebrochen wurden. Bei den nun folgenden Protesten gegen die geplanten Stellenstreichungen wird der Chor wie bei vergangenen Arbeitskämpfen gewohnt lautstark präsent sein. Einen Eindruck davon konnte man während des Programms und bei den Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen im Anschluss bereits in Heidelberg bekommen.

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