Deutscher Gewerkschaftsbund

22.03.2017

Diskussion über Rente in der Volkshochschule Mosbach

Rente muss für ein gutes Leben reichen.

DGB

Unter dem Titel „Baustelle Rentenpolitik“ fand am vergangenen Donnerstag, 16. März, eine Diskussionsveranstaltung über die Zukunft der Rente statt, zu der die Volkshochschule Mosbach und der DGB-Kreisverband Neckar-Odenwald eingeladen hatten. Als Experten waren Jendrik Scholz, Abteilungsleiter für Arbeits- und Sozialpolitik beim DGB-Bezirk Baden-Württemberg sowie Dr. Martin Rosemann, Bundestagsabgeordneter und als solcher Berichterstatter der SPD-Fraktion zur Rentenpolitik, angereist. Der DGB nahm die Rentenkampagne, die die Gewerkschaften im vergangenen Sommer ins Leben gerufen hatten zum Anlass zum Austausch zwischen Politik und Gesellschaft. Erfreulicherweise folgten der Einladung neben Gewerkschaftsmitgliedern auch Vertreter anderer Organisationen, die über große Sachkenntnis verfügen.

Scholz verwies in seinen Ausführungen auf das gesunkene Rentenniveau und die gleichzeitige Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse, wie Leih- und Teilzeitarbeit, die dazu führt, dass immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht sind. Die Zahl der Grundsicherungsempfänger/innen hat sich auch in Baden-Württemberg im Zeitraum 2003 bis 2015 verdoppelt. Deshalb fordern die Gewerkschaften die Stärkung der gesetzlichen Rente in dem das Rentenniveau stabilisiert und langfristig auf etwa 50 Prozent erhöht wird.

Bei den Ausführungen Rosemanns zeigte sich Einigkeit mit den Gewerkschaften über den bestehenden Handlungsbedarf in der Rentenpolitik. Ein weiteres Absinken des Rentenniveaus soll verhindert werden. Unterschiedliche Positionen zwischen Scholz und Rosemann fanden sich hingegen unter anderem bei der Finanzierung: Wo für den DGB-Referenten die private Vorsorge gescheitert ist und stattdessen höhere Beiträge, eine Erweiterung der Renten- zu einer Erwerbstätigenversicherung und die Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen die Einnahmen vergrößern sollen, will der SPD-Politiker die kapitalgedeckte und private Finanzierung der Rentenversicherung noch ausbauen um die Rentenversicherungsbeiträge nicht über 25 Prozent zu erhöhen.

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel, ebenfalls SPD, berichtete im Anschluss von der Situation im Wahlkreis Odenwald-Tauber. Demnach hat die Einführung des Mindestlohns zu höheren Löhnen geführt, was im Alter eine höhere Rente bedeutet. Davon profitieren besonders Frauen, die häufiger von niedrig entlohnter Beschäftigung betroffen sind.

In der anschließenden Diskussion mahnte auch die anwesende Bundestagskandidatin der Grünen, Charlotte Schneidewind-Hartnagel, weitere Verbesserungen, insbesondere bei der Entlohnung der Frauen, an. Deutlich wurde außerdem, dass bei den Erwerbsminderungsrenten Handlungsbedarf besteht, da diese nur knapp über der Grundsicherung im Alter liegen. Nach einer spannenden Diskussion ist für den DGB klar, dass das Thema bis zur im September anstehenden Bundestagswahl weiterverfolgt und man genau auf die Wahlprogramme der Parteien schauen wird. Für die Gewerkschaften ist das Ziel eine Rente, die ein würdevolles Leben im Alter ermöglicht.


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